Zu Beginn der Therapie
Zu Beginn der Therapie geht es zunächst darum, die wesentlichen Faktoren herauszufinden, die für die Entwicklung und Aufrechterhaltung der Beschwerden eine Rolle spielen. Dazu gehört, sich bewusst zu machen, wie entsprechende Situationen in der Gegenwart konkret ablaufen. Dazu gehört aber auch, welche Erfahrungen, Einstellungen und Werthaltungen man aus dem Elternhaus und aus der Zeit vor Beginn der Erkrankung mitbringt und wie sich diese aktuell auswirken. Dabei ist wichtig zu beachten, welche Bedeutung die Symptome für den Patienten psychisch und zwischenmenschlich haben.
Manche Probleme erfordern viel Klärungsarbeit. Manchmal ist es sinnvoll, alte Konflikte und ungelöste Probleme neu zu bearbeiten. Andere Probleme lassen sich vor allem mithilfe neuer Erfahrungen überwinden. Der Schwerpunkt der Verhaltenstherapie liegt dabei stets im „Hier und Jetzt“. Denn auch wenn ich weiß, wie meine Probleme entstanden sind und womit sie zusammenhängen, bleiben die Symptome trotz dieser Einsicht meist weiterhin bestehen. Hier setzt die Verhaltenstherapie mit ihren verschiedenen „Werkzeugen“ an.
Veränderungen im Alltag umsetzen
In der zweiten und meist längsten Phase geht es darum, konkrete Veränderungen im praktischen Alltag umzusetzen. Verschiedene Übungen während der Sitzungen oder konkrete Hausaufgaben helfen Ihnen, neue Erfahrungen zu machen und neue Möglichkeiten zu entwickeln, mit sich selbst und mit anderen Menschen umzugehen. In bestimmten Fällen finden Sitzungen auch „draußen“ statt, dort, wo die Probleme tatsächlich auftreten.
Oft sind es nicht die großen Taten, sondern die vielen kleinen, aber beständigen Schritte, die eine allmähliche Besserung der Symptome bewirken. Manchmal ist aber auch ein großer Schritt notwendig, um den Teufelskreis zu durchbrechen. Das kann zum Beispiel die Aufgabe einer Vermeidungsstrategie in Form einer bewussten Konfrontation sein (etwa bei Ängsten). Ein solcher Schritt wird in der Therapie gut vorbereitet.
Sicher werden Ihnen nicht nur angenehme Stunden bevorstehen. Es erfordert eine Menge Mut und Kraft, vielleicht vollkommen neue Verhaltens- oder Denkweisen auszuprobieren. Auch das Gefühlsleben kann dadurch in Aufruhr geraten. Möglicherweise nehmen Sie bestimmte unterdrückte Gefühle und Verletzungen erst jetzt wahr. Aber auch dabei unterstütze ich Sie.
Gegen Ende der Therapie
Gegen Ende der Therapie geht es darum, die Therapieerfolge zu stabilisieren und noch weiter auszubauen. Eine Verhaltenstherapie ist dann erfolgreich, wenn sie überflüssig geworden ist: weil Sie das Vertrauen in sich selbst zurückgewonnen haben und in Ihre Fähigkeiten, Probleme zu bewältigen und Ihr Leben befriedigender zu gestalten.